| Die Gründung (1923) |
Wir schreiben das Jahr 1923, fünf Jahre nach dem
Ende des ersten Weltkrieges. In einer Zeit der schwersten Erniedrigung Deutschlands
durch die Siegermächte.
Nachdem am 06.01.1923 die USA die Besatzungszone im Rheinland liquidiert
hatte und das Regiment allein den Franzosen überließ, waren am
11.01.1923 französische Truppen mit 5 Divisionen, Tanks, Artillerie
und Fliegern, etwa 40.000 Mann, in das bis dahin unbesetzte Ruhrgebiet einmarschiert.
Daraufhin proklamierte die damalige Reichsregierung unter dem Kanzler Cuno
den passiven Widerstand und finanzierte den Generalstreik an der Ruhr.
Die Betriebe, Zechen, Bahn, Post und Telegraphen standen still. Der passive
Widerstand breitete sich über das gesamte Besatzungsgebiet aus und
das normale Leben erstarb unter französischen Bajonetten. In den Schulen
fanden Trauerkundgebungen statt, auf den Plätzen im ganzen Reich Protestkundgebungen.
Tanzlustbarkeiten wurde verboten. Deutschland trauerte. |
Aber eine Welle des Nationalbewusstseins aller Deutschen überspülte
das Land. Auf dem Rhein übernahmen die Köln-Düsseldorfer
Rheindampfer den Personenverkehr, auf den Landstraßen Omnibusse und
Lastwagen, während die Franzosen mit Hilfe französischer Eisenbahner
die so genannte Regie-Bahn wieder in Gang zu setzen versuchten. Die Deutschen
aber boykottierten diese Unternehmungen.
Der einzige, der damals diese großartige nationale Einheitsfront des
passiven Widerstandes verleugnete, war Adolf Hitler in München, der
dort im Bürgerbräukeller am 12.01.1923 ausrief: "Nicht nieder
mit Frankreich, sondern nieder mit den Vaterlandsverrätern, den Novemberverbrechern!".
Das war der Weg zum Putsch gegen die Deutsche Republik am 08.11.1923. |
Doch das wirtschaftliche Leben litt unter der galoppierenden Inflation.
1 cbm Gas kostete 200,- Reichsmark, 1 kWh Strom 250,- RM und eine Straßenbahnfahrt
100,- RM. Die Reichsmark war am 12.9.1923 auf den Wert von 100 Millionen
RM = 1 Dollar und am 31.10.1923 auf 72,5 Milliarden = 1 Dollar gesunken.
Erst am 15.11.1923 wird die Inflation beendet. Eine Billion Reichsmark gleich
einer Rentenmark.
So lagen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, als am
23.11.1923 die NSDAP und die KPD im ganzen Reich verboten wurden. |
Und in dieses Jahr 1923, in diese unruhige Zeit des nationalen
Bewusstseins, des Bangens und Hoffens, fällt die Gründung unseres Bundes,
der Burschenschaft "Holsatia".
Fünf junge Burschen, Studierende am Rheinischen Technikum, Toni Barth, Egidius
Caasen, Heinrich Faust, Paul Schmidt und Robert Stenger fanden sich am 21.2.1923
in Bingen in der Gerbhausstraße im Gasthof "Rupertsberg" bei Frau
Schleider mit ihrem Freund und Förderer, Herrn Ludwig Henrich, zusammen
zur Gründung eines Freundschaftsbundes, der T.V. Holsatia.
Es ist leicht zu verstehen, dass diese jungen Menschen unter den obwaltenden
Umständen, von dem Unrecht beeindruckt und von der Liebe zu Deutschland
beseelt, das ohnmächtig der Willkür der Sieger ausgeliefert war, ihrem jungen
Bund den Wahlspruch "Pro justitia et Patria" voranstellten. Der
Ruf nach Gerechtigkeit für das Vaterland war in jenen Jahren in den Herzen
aller Deutschen ein Appell an das Gewissen der Welt! Am 21.02.1923
wurde "Holsatia" unter den Farben violett
- gold - rot
und dem Wahlspruch "Pro
justitia et Patria" als studentische Vereinigung am Rheinischen
Technikum in Bingen/Rh. gegründet. |
| Im zweiten Couleursemester wurde der Monatsbeitrag für die Aktiven nun
auf 2½ Glas Bier festgesetzt, weil sonst nur mit Milliarden und Billionen
gerechnet werden musste. Inzwischen war auch die Anerkennung "Holsatia"
bei der Direktion des Rheinischen Technikums erreicht worden, und am 31.11.1923
wurde durch Einladung der T.W.V. Markomannia und der T.V. Alsatia auch die
Anerkennung durch den Binger CC erreicht. So stand "Holsatia"
gleichberechtigt im Ring der Binger Korporationen. |
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| Unsere Konstante war mittlerweile wegen des starken Zuwachses der Mitglieder
zu klein geworden. Wir mussten umziehen und fanden in der Gaststätte "Zur
Post", in der Mainzer Straße eine neue Heimat, die wir am 06.02.1924
einweihten. |
| Am 24.02.1924, ein Jahr nach unserer Gründung, überraschte
uns unser Ehrenbursche Dohmen mit der freudigen Mitteilung, dass er uns
Vollwichs und Banner stiften werde. Noch im März desselben Jahres fand unter
Teilnahme aller Binger Korporationen in Vollwichs unsere Bannerweihe statt. |
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Anlässlich des Generalconventes 1924 wurde offiziell
unser A.H.-Verband gegründet. Das Landesvaterstechen am 16.01.1926
stieg erstmals gemeinsam mit allen Binger Korporationen, wobei Holsatia
den Vorsitz führte. Im Hotel "Rheinstein" fanden wir eine neue
Heimatstätte, bis wir 1928 das Haus Böhmer bezogen. Das
siebte Stiftungsfest stieg im "Pariser Hof", wo die 1927 zur Burschenschaft
proklamierte Markomannia sowie die B. Litteraria chargierten. Hier fand
die offizielle Umstrukturierung der T.V. Holsatia in eine Burschenschaft
statt. Somit waren in Bingen drei Burschenschaften vertreten. |
| Im WS 1930/31 war Holsatia durch den Abgang von acht
Burschen zu einem kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. In dieser Notlage
füllten drei Burschen der B. Markomannia die Lücken aus. Sie trugen zwei
Semester lang die Farben violett-gold-rot. Unsere Konstante befand sich
in diesen letzten Semestern im "Rochusberg" in der Rochusstraße.
Das Stiftungsfest wurde nicht mehr gefeiert. |
| Die politischen Verhältnisse spitzten sich immer mehr zu, der Nationalsozialismus
drängte zur Macht. Am 14.6.1932 wurde das Verbot der SA aufgehoben. Das
Ende der Korporationen zeigte sich durch die Gründung von NS-Gemeinschaften
an. So nahte das Ende des Korporationslebens, bis durch Reichsverordnung
das Verbot erlassen wurde. Es folgte die Umwandlung in so genannte NS-Studentenverbände.
Am 30.01.1933 übernahm Hitler die Regierungsgewalt, der Reichstag wird aufgelöst. |
| Und dann begann ein unheilvoller Zeitabschnitt deutscher
Geschichte, der mit der totalen Kapitulation am 8. Mai 1945 und der Zerstörung
des Deutschen Reiches enden sollte. |
| Der Neuanfang (1945-1951) |
Wie sah es nach dem zweiten Weltkrieg in Bingen aus?
Die schweren Luftangriffe auf den wichtigen Verschiebebahnhof
hatten weite Teile von Bingerbrück in Schutt und Asche gelegt,
und auch Bingen war schwer getroffen.
Das Gebäude des ehemaligen Rheinischen Technikums war völlig ausgebrannt
und lag in Trümmern. Dennoch wurde bereits am 7. März 1946,
zum Sommersemester, mit insgesamt 207 Studierenden der Unterrichtsbetrieb
wieder aufgenommen. Wer studieren wollte, musste mindestens ein Semester
lang Aufräumungsarbeiten leisten. |
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Es dauerte bis ins Wintersemester 1948/49, als sich eine
Gruppe von Studierenden der ersten Semester um Dozent Ing. Scharpenberg
zusammenfand. In diesem Freundeskreis gründete Ing. Scharpenberg, der vor
1933 selbst an der Ingenieurschule in Bingen studiert hatte und Chargierter
der T.W.V. "Normannia" war, eine neue Aktivitas dieser Verbindung.
Es begann mit dem Singen der alten Studentenlieder bei den abendlichen Zusammenkünften
im Anschluss an Arbeitskreise und führte bald auch zu den studentischen
Trinksitten (bei "Brausebier") und einem gemäßigten Comment. Auch
der Wahlspruch der T.W.V. "Normannia" - amico pectus, hosti frontem!
- (dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn) wollte man soweit übernehmen,
wie es damals vertretbar erschien und dem Verständnis der Zeit anpassen. |
| So kam es zur ersten Wiedergründung einer studentischen
Verbindung an der Rheinischen Technikums. Das Eis war gebrochen. Bald bildeten
auch andere ehemalige Binger Korporationen durch ihre AH-Verbände eine neue
Aktivitas. Und als das bis dahin verbotene öffentliche Tragen von Couleur 1950
endlich wieder erlaubt wurde, begann auch das öffentliche korporative Leben der
Binger Verbindungen wieder aufzublühen. |
| Von Seiten der Direktion der Ingenieurschule gab es in den
Aufbaujahren keine Schwierigkeiten, aber auch keine besondere Unterstützung.
Dagegen zeigten einige Dozenten ihre wohlwollende Unterstützung durch den häufigen
Besuch der Kneipen, die wöchentlich stattfanden. Auch die behördlichen Stellen
in der Stadt waren den studentischen Korporationen wohl gesonnen. Landrat Trapp
und Bürgermeister Schäfer waren nicht selten Gast an den Kneiptafeln. |
Die Kontakte der Binger Verbindungen untereinander waren gut. Man besuchte
sich mit kleinen Abordnungen bei den Kneipen und pflegte die Geselligkeit. Mit
der Gründung immer neuer Verbindungen ergab sich allerdings eine gewisse
Konkurrenz beim Keilen neuer Füchse und es zeigte sich schon bald, von welcher
Bedeutung für das Wachsen und den Fortbestand einer Aktivitas die Unterstützung
durch einen AH-Verband war. Vollwichs, Paukzeug, Kommersbücher, die notwendigen
Embleme und Einrichtungsgegenstände konnten die "Groschebube" der
"Normannia" allein nicht beschaffen. Der AH-Verband bestand nur aus
wenigen AHAH. Die Aktivitas war praktisch ohne Hilfe, obwohl sie damals ca. 30
aktive und inaktive Burschen und Füchse zählte.
Sollte der junge Freundesbund wieder zerfallen müssen? |
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| Im Wintersemester 1950/51 trafen sich sechs
AHAH der Burschenschaft "Holsatia" in Bingen, die den Beschluss
fassten, den AH-Verband neu zu formieren und eine Aktivitas an der Rheinischen
Ingenieurschule zu gründen. Hier bot sich die Möglichkeit mit der Übernahme
der T.W.V. "Normannia" in eine neu gegründete Burschenschaft "Holsatia"
den Fortbestand des Freundesbundes zu sichern, und gleichzeitig der Burschenschaft
"Holsatia" den Start zu erleichtern. |
| Nachdem bei einem späteren Treffen am 11.11.1950
die Neugründung des AH-Verbandes der Burschenschaft "Holsatia"
vollzogen war, nahm man die Verhandlungen mit dem AHV der T.W.V. "Normannia"
und deren Aktivitas auf. Es galt einen Weg zu suchen, der es allen Beteiligten
ermöglichen sollte, ohne Bruch des studentischen Gelöbnisses und ohne Aufgabe
der alten Farben in die Burschenschaft "Holsatia" übernommen zu
werden. Dies war die Vorbedingung der jungen Normannen. |
| Dieser Weg wurde mit gegenseitigem Verständnis gefunden.
Alle aktiven und inaktiven Burschen und Füchse, sowie alle AHAH der T.W.V.
"Normannia" sollten auf Wunsch mit vollen Rechten der Burschenschaft
"Holsatia" beitreten können, mit der Maßgabe, dass diese neben dem
violett-gold-roten Band der Burschenschaft "Holsatia" stets auch das
rot-weiß-goldene Band der "Normannia" sollten tragen dürfen. Das
Banner der "Normannia" sollte bei der Aktivitas der Burschenschaft "Holsatia"
aufbewahrt und bei allen feierlichen Anlässen mitgeführt werden. Alle Embleme,
soweit sie nicht an die Stifter zurückgingen, sollten in den Besitz der Burschenschaft
"Holsatia" übergehen. Alle Normannen, die sich nicht zu einem
Übertritt entscheiden konnten, sollten jederzeit an der Kneiptafel der Burschenschaft
"Holsatia" willkommen sein. |
| Bei einem General-Convent der T.W.V. "Normannia"
am 18.11.1950 wurde die Auflösung der Aktivitas und der
Übertritt in die Burschenschaft Holsatia beschlossen. Am 30.11.1950 wurde
die letzte Kneipe der T.W.V. "Normannia" in der Konstante "Zum
Stolzenfels" geschlagen. |
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Das SS 1953 stand unter dem Einfluss des 30. Stiftungsfestes.
Zur 30-jährigen Wiederkehr der Gründung wurde eine Festschrift herausgebracht,
und das Stiftungsfest wurde am 23.-25.05. im "Mainzer Hof" gefeiert
unter Anteilnahme des A.H.-Verbandes, der Dozenten, Stadtvertreter, Presse
und befreundeter Korporationen. |
| Am 14.06.1956 fand im Rahmen einer Gemeinschaftskneipe
die Umkonstituierung der T.V. Bavaria in eine Burschenschaft statt, die
durch die Burschenschaft Markomannia vollzogen wurde. Somit gab es in Bingen
nach dem zweiten Weltkrieg die dritte Burschenschaft. |
| Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der (damals) Rheinischen
Ingenieurschule fand am 09.11.1957 eine festliche Ortsringkneipe aller Binger
Korporationen in der "Stadt Mainz" statt. Die Teilnahme des Bürgermeisters,
Herrn Dr. Gebauer, des Direktors der Ingenieurschule, Herrn Dipl.-Ing. Berg,
und der gesamten Dozentenschaft sowie der Presse, gab dem Kommers ein besonderes
Gepräge. Mit dem Einmarsch der Chargen von acht Korporationen und dem kernigen
Gesang "Burschen heraus" begann der feierliche Kommers, in dessen
Verlauf ein Chor unter Leitung von Herrn Dr. Berg das "Lied der Binger
Studenten" sang und damit einen Sturm der Begeisterung auslöste. Die
am 14.11.1957 stattgefundene Gemeinschaftskneipe der drei Binger Burschenschaften
legte Zeugnis ab von dem hohen Geist dieses Freundschaftsbundes. |
| Den Höhepunkt des SS 1963 bildete das 40. Stiftungsfest,
das gemeinsam mit dem 64. Stiftungsfest der B. Markomannia in der Festhalle
gefeiert wurde. Der Festkommers, an dem insgesamt Vertreter von 12 Korporationen
chargierten, darunter 9 auswärtige und eine aus der Schweiz, erhielt dadurch
ein ganz besonderes Gepräge. Die Dozentenschaft der Ingenieurschule vertraten
die Herren Oberbaurat Schilling, Studienrat Kuhn, Baurat Dr. Kreuter. Seitens
der Stadt Bingen war Herr Oberinspektor Riedel erschienen. Holsaten und
Markomannen feierten bei Musik und dem Gesang alter, lieb gewonnener Kommerslieder
bis in die Morgenstunden. Auch der gemeinsame Festball, den Balletteinlagen
verschönten, war ein Ereignis bester Harmonie. Der gemeinsame Ausflug beider
Korporationen nach Steeg bei Bacharach, wo im "Weinhof " getanzt
und Erinnerungen ausgetauscht wurden, bleibt in lebhafter Erinnerung. Nach
einer fröhlichen Bootsfahrt nach Bingen fand als Abschluss der Festtage
der Abtrunk in unserer Konstante statt. |
| Ein recht unruhiges Semester folgte im WS 19963/64, in
dem es auch zur Ausweisung von drei Burschen kam. Zu Ehren des verstorbenen
Alt-Bundespräsidenten Theodor Heuß wurde auf der Jahresschlusskneipe
ein Trauersalamander gerieben. |
| Das 50. Stiftungsfest (1973) |
| In den Tagen vom 20.-23.5.1972 wurde unser
50. Stiftungsfest, nicht aber unser 50. Jubiläum, gefeiert. Das Jubiläumssemester
"50 Jahre Burschenschaft Holsatia" wurde mit der Antrittskneipe
am 18.03.1973 eröffnet. |
| Infolge von Schwierigkeiten bei der Saalbeschaffung zu
Pfingsten musste unser 50-jähriges Stiftungsfest um eine Woche vorverlegt
werden. Es fand in der Zeit vom 01. bis 03. Juni 1973 in der Binger Festhalle
statt. Hierzu nahmen 64 AHAH an den verschiedenen Veranstaltungen teil. Schon
am Nachmittag des ersten Tages konnte die Aktivitas viele Bundesbrüder und Gäste
in der Konstante im Binger Bleistift begrüßen. Zum Teil waren diese aus Amerika
angereist, um diese Festtage im Kreise der Freunde in Bingen zu verbringen. |
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| Gewiss hatten sich die studentischen Korporationen im Laufe
der Zeit über Generationen hinweg gewandelt. Sie haben sich den geänderten
politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen angepasst. Der Ruf nach Ehre ,
Freiheit, Vaterland hatte eine andere Bedeutung und Zielrichtung als vor mehr
als 150 Jahren bei der Gründung der Deutschen Burschenschaften, aber das Band
der Freundschaft hielt auch zu dieser Zeit wie ehedem die Freunde zusammen. Und
das in einer Zeit, in der die Menschen aus den verschiedensten Gründen
Gemeinschaften verließen. Mit dieser Problematik beschäftigten sich die
Ansprachen der Festredner beim großen Festkommers. |
| Die Binger Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt,
als zur Eröffnung die Chargierten von acht Korporationen in Vollwichs mit ihren
Bannern einmarschierten, darunter auch die Studentenverbindung Stenographia Biennensis
aus Biel in der Schweiz. Der aktive Senior konnte unter den zahlreichen Gästen
den Oberbürgermeister der Stadt Bingen Dr. Gebauer, den Leiter der
Fachhochschule, Rheinland-Pfalz, Abteilung Bingen, Prof. Dipl.-Ing. Schilling
sowie weitere Vertreter der Dozentenschaft begrüßen. Beiden wurde im Verlauf
des hochoffiziellen Teils der Jubiläumskneipe in feierlicher Form die
Ehrenmitgliedschaft angetragen und für die Verdienste um das Farbenstudententum
in Bingen das violett-gold-rote Band der Burschenschaft Holsatia verliehen. |
| Oberbürgermeister Dr. Gebauer betonte in seiner Ansprache die alte
Verbundenheit der Stadt Bingen mit den Studenten der Fachhochschule und ihren
Korporationen und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Korporationen in
der Zukunft eine Hilfe sein können, die Barrieren zu überwinden, die sich immer
stärker zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft aufbaute. |
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| Den ältesten unter den Alten Herren, die auf 100 Couleursemester unter den
Farben violett-gold-rot zurückblicken konnten, überreichte der damalige Präsident
des Binger Chargen Convents, Michael Schilling, das rot-weiße Band des Binger
CC. Frau Friedel Henrich überreichte der Aktivitas im Auftrag der Couleurdamen
eine Bannerschleife, die diese zum Jubiläum gestiftet hatten. Nach einem ehrenden
Gedenken an die Gefallenen und Verstorbenen der Burschenschaft Holsatia endete
der hochoffizielle Teil des Festkommerses, der dann in ein fröhliches Beisammensein
bis in die frühen Morgenstunden überging. Am zweiten Festtag trafen sich alle
Holsaten zum Couleurbummel in den Rheinanlagen und anschließend zu einem gemeinsamen
Festessen im Restaurant der Stadthalle. Den Tag beschloss der feierliche Couleurball,
der gesellschaftliche Höhepunkt der Jubiläumstage. |
| Zum Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Bundesbrüder
versammelte sich am Sonntagmorgen eine Abordnung der Festteilnehmer auf dem
Friedhof in Ockenheim, wo am Grabe des Bundesbruders Otto Stramm v/Gambrinus
ein Kranz niedergelegt wurde. Auch unser Ehrenbursche OB Gebauer hatte sich der
Gruppe angeschlossen und gedachte des zu früh Verstorbenen, der viele Jahre
beim Bauamt der Stadt Bingen tätig gewesen war. Am Nachmittag beschloss ein
Ausflug nach Bad Münster am Stein und zur Ebernburg die Festtage, wo man bei
Tanz und froher Unterhaltung noch bis in den späten Abend beisammen war. |
| Das 51-jährige Stiftungsfest wurde vom 24. bis 26.05.1974
unter der Teilnahme zahlreicher AHAH und Gästen in unserer Musenstadt gefeiert.
Herr OB Dr. Gebauer vermittelte die Kutsche zur Chargenauffahrt. |
| Im WS 1974/75 bestand unsere Aktivitas aus fünf Burschen, drei
i.a.B., fünf Füxen und einem VG. Die finanzielle Lage der studierenden
Bundesbrüder war alles andere als rosig. Ein Besuch bei unserer
Freundschaftsverbindung Stenographia Bienensis in Biel riss ein großes Loch in
die Geldbörsen. Etliche Male mussten die Bierväter ihre Sprösslinge mit
commentmäßigem Stoff versorgen, damit die schlaffen Geldbeutel geschont wurden. |
| Da an Teilen unserer Vollwichs schon der Zahn der Zeit
nagte, und es keine preiswerte Aufarbeitungsmöglichkeiten gab erklärten sich
spontan mehrere Bundesbrüder bereit, für die Kosten der Neuanschaffungen
aufzukommen. T. Barth v/Othello, E. Bunse v/Knutsch, W.
Happ v/Paris und H.D. Kaul v/Pinn stifteten je einen
Paradeschläger. Die dazugehörigen Paradeschlägerscheiden wurden von R. Bartmann
v/Neptun, J. Göbel v/Zeus, J. Leusch v/Othello
und G. Meyer v/Pizzaro finanziert. R. Neuwinger v/Castor
spendete noch sechs Paar weiße Chargen-Stoffhandschuhe und unsere Chargen
erstrahlten zum Semesterabschluss wieder im neuen Glanz. |
| Im SS 1975 konnten keine Füchse gekeilt werden und die
Aktivitas schmolz auf zehn Aktive und zwei inaktive Burschen zusammen. Den
Höhepunkt bildete das in den Tagen vom 16. bis 18.05.1974 veranstaltete
52-jährige Stiftungsfest. Der aktive Senior Helmut Kerch v/Hoss
konnte sechs Gastkorporationen zum Festkommers im Bootshaus begrüßen. Der
AHX Jürgen Göbel v/Zeus wies in seiner Festrede auf Traditionen
und altes Brauchtum hin, was frühere Semester begeisterte und an das ältere
Semester mit Wehmut zurückdenken. Die in früheren Stiftungsfestreden aufgestellte
Forderung, zu unserem Vaterland zu halten, die Freiheit zu bewahren und
die Ehre hochzuhalten, hatte nach Ansicht des AHX eine besondere Aktualität
erhalten. Zitat AHX: "Es muss festgestellt werden, dass für unsere
freie Welt hier in Europa, hier in Deutschland für unser Vaterland die letzte
Stunde geschlagen hat. Liebe Bundesbrüder, an unseren Hochschulen ist es
zu ruhig geworden, die totalitären Gruppen, die linksextremistischen Studentengruppen
werden zur Zeit erheblich unterschätzt. Sie arbeiten im Untergrund und stellen
in Zukunft für unsere Hochschulen, unsere Universitäten, für unseren Staat
eine erhebliche Gefahr dar, die uns alle auch im Berufsleben bedroht."
AH v/Zeus wollte sich nicht so verstanden wissen, dass wieder
politische Richtungen in unser Korporationsleben gebracht werden, vielmehr
sollten wir uns davor hüten, dass das Leben unserer Korporation, der Verbindungen
allgemein von politischen Veranstaltungen und ähnlichen Selbstdarstellungen
überdeckt wird. Die Korporationen müssten versuchen, sich in die vorderste
Reihe derer zu stellen, die sich um eine Hochschule als Ort der Wissenschaft
bemühen. |
| Trotz gelungener Veranstaltungen und Kneipen verliefen die
Semester nicht befriedigend. Es fehlten Vorträge und Stammtische. |
| Im WS 1975/76 befand sich bei zehn Aktiven nur noch ein
Fux im Stall. Nachwuchssorgen! Kein Kummer aber bei unserer Schwesterverbindung
der Burschenschaft Markomannia, der KTV Ripuaria, der TWV Fraternitas, des
TRV Rhenania und der Burschenschaft Bavaria. Das Einzugsgebiet der Fachhochschule
Bingen war sehr klein und beschränkte sich fast ausschließlich auf die Pfalz
und das Saarland, aus dem ca. 90% der Korporierten kamen. |
| Das korporative Leben unserer Aktivitas war als sehr
harmonisch zu bezeichnen. Die durchschnittlichen Kosten eines Aktiven, die aus
seiner Zugehörigkeit zur Holsatia resultieren, beliefen sich auf DM 50,00 pro
Monat. Da die Aktivitas die Kontakte zu auswärtigen Korporationen weiterhin
pflegte und der Geldbeutel traditionell immer leer war, baten die Aktiven den
AHV, ihren Zuschuss von bisher DM 70,00 pro Monat zu erhöhen. Ein Beschluss des
AHV, die Unterstützung auf DM 90,00 pro Monat zu erhöhen, belastete die
AH-Kasse um weitere DM 240,00 pro Jahr. Gleichzeitig trug der AHV die Bitte an
die Aktivitas, den Monatsbeitrag der Aktiven von gegenwärtig DM 3,00 pro Monat
(seit 20 Jahren unverändert) angemessen auf DM 5,00 pro Monat zu erhöhen.
Gleichzeitig wurde der AH-Beitrag von DM 10,00 pro Monat auf DM 12,00
heraufgesetzt, was einer Erhöhung von 3 Glas Bier entsprach. |
| Der vom AHX v/Zeus eröffnete GC am 11.10.1975
mündete in eine allgemeine Diskussion über die Zustände an der Fachhochschule
Bingen, nachdem bekannt wurde, dass der Direktor Prof. Dipl.-Ing. Schilling
am Stiftungsfest 1975 seinen Missbehagen zum Ausdruck brachte, dass die
Verbindungen in Bingen nur sehr wenig an der ASTA-Bildung und -Zusammensetzung
beteiligt waren. Die Aktivitas erklärte hierzu, dass vom ASTA Manuskripte
gegen die Verbindungen verfasst würden und somit die Verbindungsmitglieder
nur sehr geringe Chancen hatten, in den ASTA gewählt zu werden. Aufgrund
der Belastungen im Studium sei für die Studenten unseres Bundes nur sehr
wenig oder gar keine Zeit mehr vorhanden, sich in der ASTA zu engagieren.
Es wurde erklärt, dass die Zuneigung der Professoren zu den Verbindungen
etwas zurückgegangen sei, seitdem sich die Verbindungsstudenten nicht richtig
in der ASTA platzieren konnten. Der Vorlesungsbetrieb war hochschulartig,
unpersönlich, wodurch das anonyme Verhältnis zu den Professoren entscheidend
beitrug. Jüngere Dozenten hatten die Befürchtung, die Art und Weise ihrer
Vorlesungsgestaltung und ihrer Prüfungen vorgeschrieben zu bekommen und
blieben den Verbindungen und anderen Gruppierungen gegenüber neutral. |
| Im WS 1977/78 wurde der bis dahin glänzend organisierte
AHV neu gebildet, da unsere langjähriger AHXX Werner Happ v/Paris
aus Gründen steigender beruflicher Belastungen aus dem AH-Vorstand ausschied.
Während des AHC am 08.10.1977 wurde unser AH Günter Kirschbaum v/Cicero
einstimmig zum neuen AHXX gewählt. AHX Jürgen Göbel v/Zeus und
AHXXX Axel Biehler v/Hermes stellten sich abermals zur Wahl.
Beide wurden ebenfalls einstimmig wieder gewählt. |
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| Das WS 1979/80 bescherte uns endlich einmal wieder einen
Keilerfolg, denn gleich fünf Füchse traten unserem Bund bei. Der
somit reichlich gefüllte, fröhliche Fuxenstall trug weiter zur
Attraktivität unseres Kneiplebens bei. |
| Nach einer leider erfolglosen Keilkneipe am 10.11.1982 stieg am 16.11.1982
der Allfarbenkommers aller Binger Verbindungen. Die Anwesenheit von Oberbürgermeister
Naujack, Vertretern der Schule, Kriminalpolizei und der Presse trugen dazu
bei, diesem Anlass den feierlichen Rahmen zu verleihen, den die Anwesenden
wohl nicht vergessen haben. Zum ersten Mal seit 10 Jahren war es gelungen,
alle Binger Korporationen zu einem Kommers begrüßen zu können. |
| Das SS 1983 begann mit der hochoffiziellen Semesterantrittskneipe,
die gut besucht und in althergebrachter Manier verlief. Eine Allfarbenkneipe
im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft hatte durch das Auftreten aller
Binger Korporationen und das Erscheinen von OB Naujack sowie den Vertretern
der Fachhochschule einen würdigen und feierlichen Rahmen. Die geplante Maiwanderung
verlief seitens der Holsaten-Aktivitas im Sande, da diese abends zuvor gefeiert
hatten und von Schwindelanfällen danieder gestreckt im Bette lag. In diesem
Semester wurde unser 60-jähriges Stiftungsfest in den Räumen der Binger
Rudergesellschaft gefeiert. Unser AHX v/Zeus dankte während seiner
Festrede der großen Abordnung aus Biel und überreichte ein Geschenk zum
Ausschmücken deren Konstanten. Nach einer kurzen, aber gekonnten Rede des
OB spendete dieser der Burschenschaft Holsatia ein Fass Bier. Prof. Jost
überbrachte die Grüße der Fachhochschule, ließ sich natürlich nicht Lumpen
und stiftete ebenfalls ein Fass Bier, was von der Corona mit lautstarken
Beifallsbezeugungen entgegengenommen wurde. Eine große Überraschung hatten
unsere Bundesschwestern vorbereitet. CD Anneliese Kirschbaum v/Schnucki
überreicht im Namen aller Bundesschwestern eine herrliche Bannerschleife.
v/Schnucki spendete kein Bier, konnte aber durch Ihren Ausspruch:
"Ich werde die Spenden von unserem OB und Herrn Prof. Jost nicht verdoppeln,
da ich mich in meiner 20-jährigen Zugehörigkeit zur Burschenschaft Holsatia
selbst verdoppelt habe!" den spontan aufbrausenden Applaus der Corona
entgegennehmen. |
| Erstmalig in Bingen veranstalteten die farbentragenden
Studenten der Binger Fachhochschule einen Markfrühschoppen auf dem Binger
Speisemarkt. Obwohl Petrus an diesem Tage nicht sehr gnädig war, fanden sich
bei Regen zahlreiche Farbentragende, Binger Bürger sowie OB Naujack und einige
Vertreter der Fachhochschule zum Frühschoppen ein. |
| Vom 19. bis 21.08.1983 weilten unserer Aktiven in Biel,
um der Bootstaufe der Askalon III beizuwohnen. Sagenumwobene 17 Mann fanden
den Weg von Bingen, wobei die Stadt Biel seit diesem Tage mit dem Gedanken
spielt, die Farben violett-gold-rot in ihr Wappen aufzunehmen. |
| Das WS 1983/84 wurde mit einem Einführungstag für die
neuen Studenten an der Fachhochschule begonnen. Angeregt vom Binger CC traten
nahezu alle Binger Korporationen in Couleur in der Schule auf. Die CC-Chargen
hatten nach Absprache mit dem Abteilungsdekan die Gelegenheit, die Binger
Verbindungen in einer kurzen Rede vorzustellen. Der Erfolg dieser Aktion
war, dass in diesem Keilsemester doppelt so viele Füchse wie sonst üblich
zu einer der Verbindungen fanden. |
| Am 11.10.1983 lud Holsatia zu einem Tag der offenen Tür
ein. Der Erfolg war umwerfend. Es mussten Stühle und Biergläser bei anderen
Korporationen geholt werden, damit alle Interessierten einen Platz fanden.
An diesem Tag wurde das von OB Naujack und Dekan Jost am Stiftungsfest gestiftete
Bier (zusammen 120 Liter) für 50 Pfennige pro Glas nach dem Motto "Preise
wie zu Gründerzeiten" seiner Bestimmung zugeführt. Der Erlös kam dem
Kinderheim Rochusberg zugute. |
| Am 15.10.1983 fand unser alljährlicher AH-Tag mit der
hochoffiziellen Semesterantrittskneipe statt. Die Veranstaltungen waren
geprägt von einer alles überlagernden guten Grundstimmung, denn selten zuvor
war das Verhältnis zwischen der Aktivitas und dem AHV so gut als in zu Zeit.
Durch das Ergebnis der hervorragenden Keilarbeit konnten sechs neue Füchse
in unseren Bund aufgenommen werden. |
| Der fast in Vergessenheit geratene Stehconvent in der
Fachhochschule wurde wieder belebt und war jeden Tag stark besucht, so dass ein
schneller Informationsfluss in der Aktivitas gewährleistet war und andere
Verbindungen und auch Nichtkorporierte immer einen Anlaufpunkt in der
Fachhochschule hatten. |
| Bei der Neuwahl der CC-Chargen wurde v/Hans
Huckebein mit überwältigender Mehrheit zum CC-Senior gewählt; ein eindeutiger
Vertrauensbeweis gegenüber unserem Bundesbruder und der gesamten Verbindung. |
| Die Aktivitas hatte im SS 1984 eine Stärke
von fünf Burschen, sechs Füxen und zwei Verkehrsgästen. Holsatia war damit
die zahlenmäßig stärkste Verbindung in Bingen. |
| Da unserem AH v/Bob das Klavier in der Konstante
fehlte, stiftete er spontan DM 1.500,00 für ein neues. Die "Binger"
sollten sich um die Anschaffung kümmern. Sollte ein Mehrpreis für die
Anschaffung entstehen, erklärte sich AH v/Conny bereit die Kosten zu
übernehmen. Für den Transport stellte AH v/Cicero ein Feuerwehrauto
zur Verfügung. |
| Während des AHC im WS 1983/84 wurde beschlossen,
die Renovierung der Fassade des Binger Bleistifts in Angriff zu nehmen. |
| Der achtzigste Geburtstag von unserem Ehrenpräsiden AH v/Parsival
am 22.11.1984 wurde gebührend gefeiert. Aktive und Alte
Herren ließen es sich nicht nehmen, unseren AH v/Parsival zu
gratulieren. |
 |
Die Situation im SS 1985 war aus Sicht der Holsaten als
entspannt zu bezeichnen. Die Aktivitas bestand aus sieben Burschen und fünf
Füxen und stand gegenüber den anderen Binger Verbindungen recht gut dar.
So bestanden die TRV Rhenania und die Landsmannschaft Rheno-Teutonia jeweils
aus zehn Aktiven, die Turnerschaft Alemannia aus acht, die Burschenschaft
Markomannia aus sechs und die KTV Ripuaria aus fünf Aktiven. Die Burschenschaft
Bavaria hatte zu diesem Zeitpunkt keine Aktivitas mehr in Bingen. |
| Nach jahrelangen Planungen wurde zu Pfingsten 1985 der Grundstein für
den Bau der neuen Fachhochschule in Büdesheim gelegt. Die eingeladenen
Verbindungen nutzen die Gelegenheit durch den Auftritt der Chargen in
Vollwichs, das gute Verhältnis der Fachhochschule zur Studentenschaft
hervorzuheben. |
 |
Im Jahr 1986 bestand die Aktivitas aus 15 Aktiven, davon
11 Burschen, zwei Füxen und zwei Verkehrsgästen. Wegen des stark dezimierten
Fuxenstalles beschlossen die Aktiven einen Fuxenbummel nach Heidelberg durchzuführen.
Früher geknüpfte Freundschaften zu anderen Verbindungen wurden gefestigt
und jeder Teilnehmer kam in Genuss studentische Lieder in der bekannten
und überfüllten Studentenkneipe "Schnookeloch" zu singen. |
| Am 17.05.1986 wurde im Bootshaus der Binger
Rudergesellschaft pünktlich um 20:42 Uhr der hochoffizielle Teil des 63-jährigen
Stiftungsfestes eröffnet. Der aktive Senior v/Piano stellte der
anwesenden Corona stolz unser neues Holsatenbanner vor. Nach verschiedenen
Kanten fand der hochoffizielle Bändertausch zwischen den Stenographen zu
Biel und den Holsaten zu Bingen statt. Nachdem die Stenographen den wunderschönen
Kantus "Gaudeamus igitur" intonierten, ergriff AH v/Zipo
von der Stenographia das Wort. Er bedankte sich in aller Form mit den Worten:
"Lang, lang ist es her, nämlich 23 Jahre, als AH v/Parsival
entdeckte, dass eine Schweizer Verbindung die gleichen Farben violettgold-rot
trägt. Hieraus entstand die nun schon über 23-jährige Freundschaft und Verbundenheit
zwischen Biel und Bingen und wie man sagt: 'Der Zipo war immer dabei.'" |
| AH v/Zipo überreichte unserem Bund eine "Bieler Kanne", die daraufhin sofort
mit Riesling gefüllt wurde und in der Corona kreiste. |
| Der Oberbürgermeister der Stadt Bingen, Herr Naujack, hatte
die AH-Vorstände und die aktiven Chargen aller Binger Verbindungen zu einem
Empfang auf die Burg in den Ratsaal geladen. In netter Atmosphäre wurde bei
einem Gläschen Sekt oder Wein, eingeschenkt von Prinzess Schwätzerchen, viel
diskutiert. Anschließend trug sich jeder ins goldene Buch der Stadt Bingen ein. |
| Im Oktober 1986 wurde mit einen Tag der offenen Tür in unserer Konstante
"Binger Bleistift" in der Hasengasse das WS 1986/87
eröffnet. Durch diese Aktion erhofften sich alle einen guten Zuwachs, damit
die Zukunft der Holsatia gesichert war. Die Aktivitas bestand aus fünf aktiven
Burschen und zwei aktiven Füxen. Weiterhin wurde die Aktivitas von einzelnen
inaktiven Burschen und jungen AHAH tatkräftig unterstützt. Das Verhältnis
zwischen der Holsatia und den anderen Binger Verbindungen war als gut zu
bezeichnen, was sich in den gegenseitigen Besuchen widerspiegelte. Die T!
Alemannia hatte in Büdesheim ein neues Haus gebaut, die Ripuaria und die
Bavaria zogen in neue Konstanten, so dass so mancher sich neu orientieren
musste, um den Heimweg von den zahlreichen Kneipen zu finden. Personell
ging es der Burschenschaft Holsatia noch am Besten aller Binger Verbindungen.
Der Neubau der Fachhochschule brachte auch Probleme mit sich. So waren Grund-
und Hauptstudium räumlich auseinander gerissen. Der Stehconvent in der alten
FH wurde, wenn überhaupt, nur noch schwach besucht. Ein Nachteil, den alle
Binger Verbindungen zu spüren bekamen. |
| Exakt am 28.09.1986 um 03:36 Uhr Winterzeit stiftete
AH v/Castor ein neues Stiefelbuch, worauf sich AH v/Baby
nicht lumpen ließ und spontan eine neue, dringend benötigte Außenfahne spendierte.
AH v/Cicero lieferte die gewünschten VDI-Nachrichten an unsere
Aktivitas. AH v/Spritty überließ der Aktivitas den ersten, wenn
auch gebrauchten Personal Computer, der lange Jahre gute Dienste leisten
sollte. |
| "Gold und Silber lieb ich sehr..." (1988-1998) |
| Das WS 1988/89 war seit langem wieder ein höchst erfreuliches
Semester. Der aktive Senior Wolfgang Röhrig v/Piano konnte, man
höre und staune, 8 (in Worten: acht) neue Füxe in unseren Bund aufnehmen.
Eine goldene Zeit begann: Holger Schmidt, Markus Thömmes, Hilmar Schumann,
Peter Müller, Markus Kern, Matthias Heßling, Werner Rieber und Rainer Linker
ließen die Befürchtungen, dass unser Bund vom Aussterben bedroht sei, für
einige Jahre vergessen. Der Kontakt zwischen unserer Aktivitas mit seinem
großen Fuxenstall zu den anderen Binger Verbindungen war hervorragend. |
| Am AH-Tag 1988 stand wieder einmal die Neuwahl des AH-Vorstandes
an. Der alte Vorstand wurde erneut vorgeschlagen und einstimmig im Amt bestätigt.
AHX v/Zeus bedankte sich für das Vertrauen, auch im Namen seiner
Conchargen, sagte aber gleichzeitig, dass in absehbarer Zeit jüngere Bundesbrüder
diese Ämter übernehmen sollten. Die Satzung der Arbeitsgemeinschaft Binger
Altherrenconvent (B.A.H.C.) wurde bei einer Stimmenthaltung angenommen.
AH v/Zeus und AH v/Cicero vertraten Holsatia in diesem
Gremium. |
| Im Februar 1989 stand eine hochaktuelle Angelegenheit
in Sachen Hauskauf an. Das Haus mit unserer Konstante, der jedem bekannte
"Binger Bleistift", stand zum Verkauf an und wurde uns, der Burschenschaft
Holsatia, zum Kauf angeboten. Für den Kauf des Hauses mit dem renovierten
Eingangsbereich, in dem sich so manch alter Bursch' wieder findet, wurde
eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gebildet. |
| Im Spätsommer 1989 zeichneten sich Entwicklungen in der
damaligen DDR und Ungarn ab, deren Auswirkungen zum damaligen Zeitpunkt
noch keiner zu erfassen wagte. Nach einer friedlichen Revolution im Osten
Deutschlands wurde am 03.10.1990 die förmliche Wiedervereinigung Deutschlands
vollzogen. |
| Im WS 1989/90 konnten unter der Leitung des Senior Markus
Kern v/Carlos vier weitere Füchse in unseren Bund aufgenommen
werden. |
| Das Stiftungsfest 1990 fand unter der Leitung des aktiven
X Holger Schmidt v/Chivas wieder im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft
statt. Der Abend war geprägt von dem Thema, was beide zu diesem Zeitpunkt
noch offiziell geteilte deutschen Staaten beschäftigte: Die Wiedervereinigung. |
| Im WS 1990/91 wurde unser AH-Vorstand neu gebildet. Thomas
Linke v/Spritty übernahm von Günther Kirschbaum v/Cicero
das Amt des Schriftführers. AH v/Cicero hatte das Amt des AHXX
seit dem WS 1977 inne. Dies entspricht 26 Semester, also 13 Jahre, die er
im AHV tätig war. Unser Vorstand bestand damit aus dem AHX Jürgen Göbel
v/Zeus, dem AHXX Thomas Linke v/Spritty und dem AHXXX
Horst Stöcken v/Götz. |
 |
| Das Semester brachte zwei neue Füchse. In dieser Zeit zeigte
sich die enge und freundschaftliche Beziehung innerhalb aller Binger Verbindungen,
welche sich an den stets überfüllten Kneipen widerspiegelte. Die Aktiven ließen
es sich nicht nehmen, jede Kneipe in Bingen oder Geisenheim zu besuchen. Immer
mit dabei Matthias Heßling v/Capello, der in diesem Semester als CCX
die Binger Verbindungen repräsentierte. |
| Am 19.04.1991 nahmen die 4 Bundesbrüder als "Erkundungstrupp"
für eigene Veranstaltungen an einem Landesvaterstechen bei der Burschenschaft
Markomannia zu Frankfurt in Bad Vilbel teil. Am 18.05.1991 bekräftigten
und erneuerten wir mit der Zelebration des in unseren Reihen seit langer
Zeit ersten Landesvaters unter großer Resonanz seitens unserer AHAH den
Treueschwur gegenüber unserem Bund. |
| Pünktlich wie jedes Jahr an Pfingsten eröffnete dann der aktive Senior
Markus Thömmes v/Lukullus im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft
um 20:38 Uhr den Festkommers des Stiftungsfestes im SS 1991.
Acht Chargenabordnungen gaben sich im Laufe des Abends ihre Ehre. Auffallend
war in dieser Zeit der sehr gute Kontakt zwischen den Binger und den Geisenheimer
Verbindungen. Fast alle Aktivitäten wurden durch die Präsenz der genannten
Korporationen zu eindrucksvollen Erlebnissen. |
| Von AH v/Filuh war zu erfahren, dass an der
Ingenieurschule zu Illmenau in Thüringen bereits seit einigen Jahren wieder
eine Studentenverbindung Unitas in den Farben violett-gold-rot existierte.
Bereits zu SED-Zeiten wurden hier, als "Verlobungen" getarnt,
studentische Bräuche gepflegt. Im Frühsommer 1991 konnte dann ein erstes hochoffizielles
Stiftungsfest gefeiert werden, bei dem auch AH v/Filuh, weitere
Binger AHAH und einige Freunde aus der Schweiz anwesend waren. |
| Im WS 1991/92 bestand die Aktivitas der Burschenschaft
Holsatia aus acht aktiven, sieben inaktiven extra locum, zwei Verkehrsgästen
und sechs Füxen (drei davon neu), also insgesamt 23 Aktiven, eine wirklich
stolze Zahl. Die Holsatia stand nach innen wie nach außen sehr gut da. Die
Kameradschaft unter den Aktiven sowie die Beziehung zu den AH-Damen, Alten
Herren und Couleurdamen war hervorragend. Unser Haus als Studentenwohnheim
war voll ausgelastet. Weiterhin rosige Zeiten bei Holsatia, welche auf die
erfolgreiche Keilarbeit am ersten Vorlesungstag zurückzuführen war. Keine
Zettelflut und Gourmettaktik, sondern das persönliche Gespräch mit potentiellen
Keilfüxen bescherte unserem Bund weiterhin ausreichend Nachwuchs. |
 |
In diesem Semester dankte unser langjähriger AH-Präside Jürgen Göbel v/Zeus
ab. Er stand der Burschenschaft Holsatia 36 Semester, sprich 18 Jahre, als AHX
vor. Kein anderer hat die jüngste Zeit Holsatias nach unserer Wiedergründung so
geprägt wie er. Mit seinem unermüdlichen Engagement war er stets Vorreiter und
Vorbild für unsere Sache. Mit Souveränität und klarer Linie ließ er unserer
Korporation immer genügend Raum, um sich frei zu entwickeln, setzte
andererseits aber immer wieder Akzente, um den inneren Zusammenhalt zu stärken.
Zusammen mit seiner Frau, unserer lieben CD Helena, prägte er das Holsatenleben
so, wie wir es heute kennen. Auch in seinem Amt als AH-Ehrenpräside führt er
sein Werk fort. |
| Hans-Jürgen Reichart v/Zebion trat die Nachfolge
als AHX an und wurde weiterhin durch Thomas Linke v/Spritty (AHXX)
und Horst Stöcken v/Götz (AHXXX) unterstützt. Der aktive Senior v/Maestro
und der neue AHX v/Zebion ließen es sich am Festkommers des AH-Tages
nicht nehmen, den scheidenden "alten" AHX v/Zeus für seine
herausragenden Tätigkeiten innerhalb der Burschenschaft Holsatia zu danken. |
| Hierauf meldete sich der "Alte" zu Wort. Er zeichnete vor den Augen
der lauschenden Corona das Bild einer starken Holsatia mit einer gesunden
Aktivitas in einem geeinten Deutschland, ein Bild, von dem Generationen 80
Semester träumen mussten, und welches nun Realität ist. Besonderen Dank aber
brachte er seiner Gattin CD v/Helena entgegen, die nicht nur immer
Verständnis für seine Aufgaben als AHX bewies, sondern ihn als oberste Privatsekretärin
des Bundes unterstütze. Die Sprengung von AH v/Zeus bekräftigte
unser aller Dank. |
| Am 25.03.1992 wurde ein Burschenkonvent im Binger Bleistift abgehalten,
an dem die Teilnehmer wohl vergessen hatten, wie bierernst eine solche Veranstaltung
sein kann. Trotz strengsten BC-Geheimnisses folgt auszugsweise ein kurzer
Abriss dieser stundenlangen Parodie aus dem Studentenleben einiger unserer
Lieben: |
| Top 1-6: | BC-Geheimnis |
| Top 7: | Unterbrechung |
| Top 8: | Glockenwache bei v/Paffe |
| Top 9: | Gangster kommt zurück |
| Top 10: | Moltke trinkt einen Stiefel an |
| Top 11: | Der BC wird zum Fuxenstall und unser Senior sitzt halbnackt am Tisch |
| Top 12: | Nun geht es lustig weiter |
| Top 13: | Der XX renkt sich beim Stiefeltrinken den Arm aus |
| Top 14: | Pause ex |
| Top 15: | Ein weiterer Stiefel kreist in froher Runde |
| Top 16: |
v/Carlos: Frauen müssen weiblich sein |
| Top 17-18: | BC-Geheimnis |
| Top 19: | Senior: Ha, ha, ha, |
| Top 20: |
Der Senior ist ein anständig erzogener Saarländer, v/Chivas
stärkt sich |
| Top 21: | v/Paffe trinkt dem Senior zufällig den schäbigen Rest zuvor |
| Top 22: |
v/Lukullus erkennt endlich warum v/Gangster zufällig
alle Stiefel austrinkt: "Haste den schon mal singen hören?" |
| Top 23: | Antrag, dass mindestens 1 mal im Jahr ein BC am Luganer See abzuhalten ist |
| Top 24: | v/Carlos: Jetzt hört doch mal mit dem Kappes auf |
| Top 25-30: | BC-Geheimnis |
| Top 31: | v/Capello: Was ist ein kurzer Rock?
v/Chivas: Ein kurzer Rock bedeckt nicht das Knie
v/Carlos: Alles ist erlaubt, was gesellschaftlich angesehen ist |
| Top 32: |
v/Maestro will keinen kurzen Rock anziehen und der Senior soll
noch einmal alles vorlesen ... |
| Top 33-45: | BC-Geheimnis |
| Das WS 1992/93 brachte unter der Leitung von Kai Fischer
v/Moltke drei neue Mitglieder. Markus Schnell v/Flitz
übernahm am AH-Tag das Amt des AHXXX von Horst Stöcken v/Götz,
der insgesamt 25 Semester in diesem Amt tätig war. Der Vorstand bestand
damit aus Hans-Jürgen Reichart v/Zebion als AHX, Thomas Linke
v/Spritty als AHXX und Markus Schnell v/Flitz als
AHXXX. |
 |
| Die kräftige Aktivitas, die untereinander, zum AH-Verband
und zu anderen ortsansässigen Korporationen ein sehr gutes Verhältnis hatte,
verlebte prächtige Zeiten. Auch insgesamt war das Korporationsleben in Bingen
lebhaft, teilnehmerreich und ein fester Bestandteil des Binger Studentenlebens.
Der Senior des SS 1993 Thomas Müller v/Baron führte uns durch unser
70-jähriges Stiftungsfest mit Festkommers am Rhein-Nahe-Eck und Ball auf der
Burg Klopp. |
| Die Keilarbeit im folgenden WS 1993/94 bescherte uns
fünf neue Füchse. Glanzzeiten für den Fuxmajor v/Baron, der seinem
Senior Wilfried Wilmes v/Quax III mit solcher Unterstützung kräftig
Paroli bieten konnte. Erneut wurde von einigen Bundesbrüdern der Paukbetrieb
unter Anleitung des Paukwartes der L! Rheno-Teutonia aufgenommen. |
| Das SS 1995 begann mit der hochoffiziellen Semesterantrittskneipe.
v/Velo wurde geburscht und nahm als FM den Fuxenstall unter seine
Fittiche. Als kulinarischer Leckerbissen erwies sich die Mützentaufe von
Elvis. Zu später Stunde fanden zwei Zimmermänner, von der Walz kommend,
in ihrer Tracht den Weg in den Binger Bleistift. Es wurde bis tief in die
Nacht über Traditionen geredet und diskutiert. Ein historischer Vortrag
"Ausgrabungen einer römischen Siedlung bei Blieskastel/Saar" von
Johannes Naumann, Altphilologe an der Universität Saarbrücken von der KDStV
Saarland gab den Teilnehmern einen Einblick in die Lebensweise der Menschen
zu dieser Zeit. Holsatia stellte eine Partie auf einem Mensurtag in Mainz. |
| Schwungvoll und sehr sangesfreudig ging es bei einer
Kreuzkneipe mit und bei der L! Rheno-Teutonia zu. Ein angezetteltes
Fußballspiel zwischen Teutonen und Holsaten, welches an diesem Tag nie zustande
kam, sollte im Herbst nachgeholt werden. Angenehme Witterungsverhältnisse
ließen es zu, dass die traditionelle Maibowle auf dem Wendehammer zelebriert
wurde. Braumeister v/Augustinus konnte eine große Anzahl von
Korporierten und Gästen begrüßen. Dem bunten, lustigen Treiben machte
allerdings gegen 23:30 Uhr die Polizei ein Ende. Ein Anwohner hatte sich über
zuviel Sangeskunst beschwert, so dass man in die Konstante einzog, um den
herrlichen Abend dort ausklingen zu lassen. |
| Im "Stumpfen Turm" hatte AH v/Rinaldo die
Aktiven auf ein Glas Bier geladen. Selbstverständlich wurden auch hier diverse
Kanten gesungen, und wer nicht mitsang, den schickte AH v/Rinaldo
persönlich in die Kanne. Die Burschenschaftskneipe mit der Burschenschaft Markomannia
verlief auf unserem Haus in den gewohnten Bahnen, und man blickte stolz auf den
Bändertausch mit der Burschenschaft Markomannia vor 70 Jahren zurück. |
| Den Höhepunkt des SS 1995 stellte unser 72-jähriges Stiftungsfest
an Pfingsten dar. Pünktlich wie jedes Jahr um 20:33 Uhr schlug der aktive
Senior v/Kpt. Balu den hochoffiziellen Festkommers am Rhein-Nahe-Eck
an. Neben den Chargierten konnte der Senior auch einige AHAH begrüßen, die
man schon seit längerem nicht mehr in Bingen gesehen hatte. Stellvertretend
sei hier unser AH v/Spund erwähnt, der aus Kalifornien angereist
war. Nach sechs Bier, so heißt es, redete AH v/Spund nur noch
in der englischen Sprache, was aber dem Erfolg dieser Veranstaltung keinen
Abbruch brachte. Nach traditionell flottem Verlauf des hochoffiziellen und
offiziellen Teils ging es in die Fidulität. Es floss noch ziemlich viel
Bier in die Kehlen der Durstigen bis die letzten Zecher das Bootshaus am
frühen Morgen verließen. |
| Zu bemerken war die insgesamt schwache Beteiligung Alter Herren
an den Veranstaltungen der Holsatia. Ausnahme war unser AH v/Rinaldo,
der unermüdlich den Kontakt mit der Aktivitas suchte. Desweiteren seien an dieser
Stelle AH v/Yogi und AH v/Filuh erwähnt, die in
schweißtreibender Arbeit die neue Zentralheizung in unseren Binger Bleistift
einbauten. Ebenfalls bekam unser Haus ein neues Dach. |
| Im Juli 1995 erreichte uns die Nachricht vom Tod unseres
AH und Ehrenpräsiden Karl Gabler v/Parsival. Er, der unserem
Bund insgesamt 35 Semester als AHX vorstand und Holsatia nach der Wiedergründung
durch die schwere Nachkriegszeit führte, hatte uns für immer verlassen.
Anlässlich der folgenden Kneipe wurde seiner mit einem hochoffiziellen Trauersalamander
gedacht. |
 |
Im WS 1995/96 wurde unser AH-Vorstand abermals verändert. Holger
Schmidt v/Chivas übernahm das Amt des Schriftführers von Thomas
Linke v/Spritty. Der Vorstand bestand somit aus dem Präsidien
Hans-Jürgen Reichart v/Zebion, dem Schriftführer Holger Schmidt v/Chivas
und dem Kassenwart Markus Schnell v/Flitz. Es stieg erneut ein
Mensurtag mit Beteiligung Holsatias in Mainz. Zwei Füxe wurden gekeilt, von
denen allerdings nur einer uns die Treue hielt. |
| Im SS 1996 bestand unsere Aktivitas gerade mal aus vier
Aktiven. In diesem Zusammenhang baten der AHV und die Aktivitas jeden einzelnen
Bundesbruder alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um auf möglichst
vielen Veranstaltungen in den kommenden Semestern anwesend zu sein und somit
den Fortbestand der Burschenschaft Holsatia nicht alleine der Aktivitas
aufzubürden. Für uns alle sei es von hoher Wichtigkeit, dass die Aktivitas die
Unterstützung vom AHV erhielte, die für eine erfolgreiche und überlebenswichtige
Keilarbeit nötig sei. |
| Auf der am 28.06.1996 gestiegen Ex-Kneipe feierten die
Holsaten in einer nicht großen, aber gemütlichen Runde das Ende des Semesters.
AH Jürgen Göbel v/Zeus, der nach dem Tod unseres AH v/Parsivals
auf einem außerordentlichen AH-Convent am Stiftungsfest 1996 einstimmig zum
neuen AH-Ehrenpräsiden gewählt worden war, brachte zu diesem Anlass einen ganz
besonderen Kerzenständer mit und erzählte dessen Entstehungsgeschichte: Unser
AH Ernst Klingenberg v/Doktor fertigte zu seiner Zeit in seiner
Firma für jeden verstorbenen Bundesbruder einen Kerzenständer mit Name,
Geburts- und Sterbedatum. Kurz bevor diese Kerzenständer-Produktion endete,
fertigte er noch einige Ständer für verdiente AHAH, die noch lebten. So war
unter diesen auch einer für den 1995 verstorbenen AH-Ehrenpräsiden Karl Gabler v/Parsival.
Als AH v/Zeus diesen Ständer vor einigen Jahren im Binger Bleistift
entdeckte, nahm er ihn in Verwahrung, um ihn nach AH v/Parsivals Tod
seiner Bestimmung zu übergeben. |
| Im WS 1996/97 war die Situation an den Hochschulen alles
andere als rosig. Stark rückläufige Studentenzahlen, gerade in den technischen
Fächer, ließen auch an der Fachhochschule Bingen die Neueinschreibungen zurückgehen.
Zum neuen Semester begannen in Bingen gerade mal 170 Studenten. Dies umfasste
alle Fachbereiche, wobei die Zahl in den Vorjahren bei über 400 lag. Unsere
Aktivitas bestand nur noch aus vier Aktiven. Aufgrund dieser Tatsachen war es
besonders wichtig, die wenigen Neuanfänger auf unseren Bund aufmerksam zu machen.
Der AHXX Holger Schmidt v/Chivas arrangierte mit seiner wohl
einmaligen Art des Organisierens und natürlich mit den Aktiven die
verschiedensten Veranstaltungen, wie z.B. die Begrüßung der Erstsemester mit
Preisausschreiben und den wieder ins Leben gerufenen Holsatentag. AH v/Chivas
bat in einem seiner vielen Rundschreiben alle AHAH aus der näheren Umgebung
Bingens sich zusammen mit den Aktiven in der Hasengasse zu treffen, um dort
neue Spähfüxe über das Verbindungsleben zu informieren und zu zeigen, dass das
Studium Spaß macht und der Kontakt nach Bingen nie wieder abreißen kann, wenn
man die Freunde fürs Leben gefunden hat. Die in diesem Zusammenhang
stattfindenden Mittwochsveranstaltungen unserer Aktiven wurden seit dieser Zeit
zu einem festen Bestandteil im Holsatenprogramm. |
| Die Ausbeute all dieser Aktionen war allerdings nicht
zukunftsichernd: Wiederum konnten zwei neue Mitglieder geworben werden, von
denen erneut nur einer als Holsate "überlebte". |
| Zum AH-Tag am 19.10.1996 gab der Festausschuss "75
Jahre Holsatia" den geplanten Festablauf für 1998 dem AHC bekannt.
AH Werner Griebsch v/Yogi, Chef der GbR "Holsatenhaus",
legte dar, dass das Problem der Zimmerbelegung im unmittelbaren Zusammenhang
mit den stark gesunkenen Studentenzahlen steht. |
| Die Fachhochschule Bingen weihte am 07.11.1996 den zweiten
Bauabschnitt des FH-Neubaus in Büdesheim mit dem Bau V offiziell ein. Hierzu
waren alle Korporierte eingeladen und machten von den Feierlichkeiten regen
Gebrauch. |
| Am 16.11.1996 ging Holsatia "online" ins Internet,
so dass ab diesem Zeitpunkt "Surfer" ihre Holsaten-Neuigkeiten auch
im Internet nachlesen konnten. |
| Am Nikolausstammtisch am 06.12.1996 war der Binger Bleistift
seit langer Zeit mal wieder zum Bersten voll. Neben dem gesamten AH-Vorstand
konnte der aktive X zahlreiche AHAH sowie CDCD und viele Gäste begrüßen.
Nachdem der Nikolaus und sein Knecht Ruprecht die Corona auf ihre Missetaten
des vergangenen Jahres aufmerksam gemacht hatten, verbrachte man in einer
gemütlichen Runde bei Feuerzangenbowle, die mehrfach (R)umgerührt wurde, einen
gelungenen Abend. |
| Das Christkind kam einige Tage später zum Stammtisch. Wie
üblich vertrieb man sich bei Glühwein und frischen Plätzchen die Wartezeit, bis
AH v/Zeus das Wort ergriff und berichtete, dass er in Vertretung des
Christkindes ein Geschenk in Form einer neuen, prächtigen Außenfahne in den
Farben violett-gold-rot überreichen wolle. |
| Einen neuen Namen und ein neues Layout erhielt das AH-Rundschreiben im
SS 1997 durch unseren AHXX Holger Schmidt v/Chivas:
Der "Holsate", ein Rundschreiben mit Pfiff nicht nur durch den
Inhalt, sondern auch durch die Optik. |
| Am 10.04.1997 feierte unser AH Karl-Heinz Tegtmeyer v/Rinaldo
seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Grund ernannte die Burschenschaft Holsatia AH
v/Rinaldo zum Ehrenburschen. |
 |
| Im WS 1997/98 bestand unsere Aktivitas gerade mal aus drei
Mann. Die Situation der Aktivitas war so ernst wie zuletzt kurz nach dem 2.
Weltkrieg. Die Ämter im Vorstand mussten zum Teil in Personalunion geführt
werden. Im Klartext bedeutete dies, dass einige Aktive mehrere Ämter übernehmen
mussten. Der Zustand war höchster Anlass zur Sorge um den Fortbestand unserer Aktivitas.
Der AHXX rief abermals alle AHAH die Aktivitas tatkräftig zu unterstützen. Das
Motto konnte nur lauten: "Nur gemeinsam sind wir stark" Offensives
Keilen mit der bestmöglichsten Unterstützung aller Holsaten ist das einzige
Mittel zum Fortbestehen der Burschenschaft Holsatia. Intensive Keilarbeit
unseres Bundesbruders v/Velo, bereits seit mehreren Semestern
inaktiv, brachte uns zunächst einen neuen Fux, der seinerseits rege die
Werbetrommel rührte. |
| Zum AH-Tag 1997 schied Markus Schnell v/Flitz
aus dem AH-Vorstand als Kassenwart aus. Sein Amt übernahm Matthias
Heßling v/Capello. Der AH-Vorstand hatte somit folgende
Besetzung: Hans Jürgen Reichart v/Zebion AHX, Holger Schmidt
v/Chivas AHXX, Matthias Heßling v/Capello AHXXX. |
| Am Freitag, dem 24.10.1997, fand im Rahmen der
Jubiläumsfeier "100 Jahre Ingenieursausbildung in Bingen" der 1.
Binger Korporationsball statt. Die Binger Studentenkorporationen, die als
Ganzes betrachtet die größte Absolventenvereinigung darstellt, wurden gebeten
sich dem Programm der Fachhochschule Bingen einzubinden. Die Zielsetzung dieses
Balls lag insbesondere darin, Gelegenheit zu bieten, über Generations-,
Korporations- und Fachbereichsgrenzen hinweg auf breiter Ebene auch mit der
Dozentenschaft Wiedersehen zu feiern und alte Freundschaften aufzufrischen.
Neben sehr vielen Korporationen konnten zahlreiche derzeitige und ehemalige
Professoren der Fachhochschule begrüßt werden, so dass insgesamt ca. 430
Teilnehmer gezählt werden konnten. Holsatia stellte mit ca. 80 Personen die größte
Abordnung, ein wahrlich beeindruckendes Ereignis. |
| Am 25.10.1997 hatte die Fachhochschule Bingen zum Festakt
der 100-Jahresfeier in die Stadthalle Bingen geladen. Präzise auf den Tag genau
100 Jahre nach der Gründungsfeier im Jahre 1897 konnte die neue Präsidentin der
Fachhochschule, Frau Dr. Sorensen, ein vollbesetztes Auditorium begrüßen. Nach
Grußworten und Festreden hielt Prof. a.D. Dipl.-Ing. Kuhn, einen wunderbaren
Diavortrag zur Geschichte unserer heutigen Fachhochschule. Nach dem Festakt
hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, bei dem Tag der offenen Tür, den
gesamten Neubau und hier speziell den zweiten Bauabschnitt zu besuchen. Auch
die Binger Studentenverbindungen waren mit zwei Glasvitrinen, in denen
couleurstudentische Exponate aus der Vergangenheit gezeigt wurden, vertreten.
Bilderwände der einzelnen Verbindungen ergänzten die korporative Präsentation
und zeigten, dass das Verhältnis zwischen der Fachhochschule Bingen und den
Studentenverbindungen als sehr gut zu bezeichnen ist. |
| Die Keilarbeit zeigte im Verlauf des Semesters weitere Früchte: Zwei weitere
Füxe traten Holsatia bei. Mit insgesamt drei Füxen und drei Burschen
sowie zahlreichen "aktiven Inaktiven" und aktiven AHAH war das
Holsatenleben zunächst mal im Grundstock gesichert. Anlass zu Euphorie
war allerdings noch lange nicht gegeben. |
| Das 75. Stiftungsfest (1998) |
| Die Vorbereitungen für unser 75. Jubiläum gingen Anfang 1998
in die "heiße Phase". Der Festausschuss arbeitete intensiv, einige
Workshops im "Binger Bleistift" und am Luganer See wurden abgehalten. |
| Die Feierlichkeiten "75 Jahre Burschenschaft
Holsatia" fanden vom 30. Juni 1998 bis 01. Juli 1998 statt. Den inoffiziellen
Auftakt bildete traditionell der Willkommensstammtisch beim T.R.V. Rhenania am
Freitag bei Grillfest und Bier. |
| Eine kleine Ausstellung in unserem Kneipraum des
"Binger Bleistifts", die die Geschichte unseres Bundes beleuchtete,
eröffnete am Samstagmorgen das offizielle Programm. Gegen 16.00 Uhr traf man
sich dann zum hochoffiziellen Stechen des Landesvaters, zu dem insgesamt 18
aktiv stechende Paare sowie eine nahezu gleich große Anzahl von korporierten
Zuschauern begrüßt wurden. |
| Bereits am Vormittag hatten Mitglieder des Festausschusses
den Festsaal für den weiteren Verlauf des Jubiläums geschmückt.
Violett-gold-rote Banner, Kerzen und Tischgestecke gaben dem Saal den rechten
Farbglanz. Das Bühnenbild zeigte unser Jubiläumswappen mit dem Couleurstudent
in Vollwichs mit Banner über Bingen. Es gab der Bühne ein restlos glänzendes Erscheinen. |
| Nur leicht verspätet konnte unser AHX Hans Jürgen Reichart
dann den Einmarsch der Chargenabordnungen zum hochoffiziellen Festkommers
ansagen. Es zogen ein die hohen Chargen eines verehrlichen T.R.V. Rhenania zu
Bingen, einer schweizer Studentenverbindung Stenographia Biennensis, einer
hochwohllöblichen KTV Ripuaria zu Bingen im TCV, einer freien Studentenverbindung
Amicitia-Ceres Bad Kreuznach zu Bingen, einer verehrlichen L! Rheno-Teutonia zu
Bingen im CSC und abschließend die Chargen unserer Verbindung in der Besetzung:
Ingo Krüger v/Tantalus II X, Gerald Braun v/Fitz Geraldo
XX, Gunnar Noe v/Talleyrand XXX, Marc Lindstädt v/Dago
FM. |
| Als erstes Allgemeines stieg der Kantus "Ehre,
Freiheit, Vaterland". Sodann folgte die Begrüßung der etwa 200 Anwesenden.
Besondere Freude machte uns der Besuch der Oberbürgermeisterin der Stadt
Bingen, Frau Birgit Collin-Langen. Es wurden zahlreiche Vertreter von ca. acht
verschiedenen schweizer Verbindungen begrüßt, die dem Aufruf unseres
Bundesbruders Fritz Tschabold v/Zipo zur Fahrt nach Bingen gefolgt
waren. |
| Es folgte die Begrüßungsrede des aktiven Seniors. Unser
AH-Präside stellte hiernach in seiner Ansprache Beweggründe und Mut unserer
Gründer heraus und beleuchtete kurz unser ¾-Jahrhundert Geschichte. Das
Grußwort von Frau Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen folgte. Die spontane
Ansprache unseres Ehrenburschen und AH Karl-Heinz Tegtmeyer v/Rinaldo,
der mit seinen 92 Jahren den größten Teil unserer Bundesgeschichte persönlich
begleitete, stellte die Werte heraus, auf denen unser Streben aufgebaut ist. Er
erhielt stehende Ovationen. |
| Es folgte die symbolische Übergabe der neuen Vollwichs in
Form von neuen Cerevisen und neuen Schärpen durch den AHXX. Er dankte noch
einmal allen Spendern, die bei dieser bisher beispiellosen Spendenaktion die
gesamte Vollwichs ohne Beteiligung der AH-Kasse ermöglichte. Die Festrede wurde
von unserem lieben AH Werner Happ v/Paris gehalten. Der für viele feierlichste
Moment war die Aufnahme unserer zwei neuen Füxe. Der Senior freute sich sehr,
dass die Keilarbeit solch relativ gute Früchte getragen hat. Er betonte aber,
dass zum Fortbestehen unseres Bundes von allen Seiten (Aktivitas und AHV)
weiter kräftig gearbeitet werden müsse. |
| Der Kantus Gaudeamus igitur war mit Unterstützung unserer schweizer
Freunde ein Erlebnis. Unser Bundesbruder Fritz Tschabold v/Zipo
überreichte eine Bannerschleife der Stenographia. Vom T.R.V. Rhenania wurde
eine Schiffsglocke überreicht. Mit dem Kantus Vom hoh’n Olymp
herab folgte die Ehrung unser verstorbenen Bundesbrüder und -schwestern.
Unser Farbenkantus beendete den hochoffiziellen Teil. |
| Im Offiz überreichte CD v/Sonny als Geschenk der
Couleurdamen eine Bannerschleife. Die Ehrenbänder für 100 Couleursemester
wurden vom CC an vier unserer Bundesbrüder überreicht. Der Ausmarsch der Chargen
schloss den Offiz und leitete in ein gemütliches Beisammensein bis ins den
dämmernden Morgen. |
| Fast pünktlich packten es unsere Chargen am Sonntagmorgen
zur Chargenauffahrt, die zum Gemeinschaftsfoto am Rhein-Nahe-Eck endete. Nach gemeinsamem
Mittagessen traf man sich dann am Abend zum 4-Farben-Couleurball von Holsatia,
Bavaria, Markomannia und Rhenania mit insgesamt 400 Teilnehmern. Nach einem Sektempfang
und dem Chargentanz war die Tanzfläche von Anfang bis Ende zu Bersten voll. |
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Der Ex-Bummel führte uns am Montag auf dem Rhein mit der MS "Robert
Stolz" bis zur Loreley.
Ca. 130 Couleur-Fahrgäste wurden eingeschifft und suchten sich ihren Platz
auf dem offenen Oberdeck. Bei herrlichstem Wetter mit Sonnenschein und angenehmen
Temperaturen machten wir uns auf den Weg. Vorbei an unserem Zirkelfelsen
ging es rheinabwärts. In vielen größeren und kleineren Grüppchen genossen
alle das gewohnte, aber immer wieder beeindruckende Panorama bei ebenso
beeindruckenden Mengen an kommentmäßigem Stoff. Es wurde getreu dem §11
verfahren und fortgesoffen. Als wir nach 5 Stunden wieder in Bingen
anlegten, hieß es für viele Abschied nehmen. |
| Für die ganz harten unter den Jubiläumsteilnehmern, und das
waren eine ganze Menge, hieß es dann aber: Abtrunk im Binger Bleistift.
In der zum Platzen gefüllte Konstante fanden dennoch alle irgendwie einen
Platz. Stiefel, Kanten und Gespräche wechselten sich freudig ab. Das genaue
Ende weiß keiner mehr so recht zu berichten. Nur eines weiß noch ein
jeder: Ein wundervolles Jubiläum war zu Ende. |